Isi & die Dino-Nuggets

Tief in den smaragdgrünen Brokkoli-Wäldern, wo die Bäume leicht nach Käsesauce duften und der Boden dauerhaft warm ist, lebt Isi — Hüterin der Nuggets, treue Freundin aller kleinen dinosaurierförmigen Speisen und die einzige bekannte Bewohnerin, die drei gefährliche Begegnungen mit dem Kartoffelpüree-Vulkan überlebt hat — und dabei ein kleines bisschen knuspriger geworden ist.

Ein niedlicher Dino-Nugget sitzt neben einer Ketchup-Sauce und schaut freundlich

Die Brokkoli-Wälder

Vier verschiedene Dino-Nugget-Arten posieren gemeinsam als Team

Die Brokkoli-Wälder erstrecken sich so weit das Auge reicht — und wenn man auf einem besonders ehrgeizigen Röschen steht, noch ein Stückchen weiter. Die Bäume hier wachsen nicht in gewöhnlichen Ringen; sie wachsen in langsamen, nachdenklichen Spiralen, jeder einzelne neigt sich sanft nach Osten, der Wärme entgegen, die vom Kartoffelpüree-Vulkan heraufzieht. Wissenschaftler haben versucht, dieses Phänomen zu erklären. Isi hat es zweimal erklärt, klar und vollständig. Niemand hat es aufgeschrieben.

Der Waldboden ist ein weiches Teppich aus winzigen Grünpflanzen, hartnäckigem Moos und dem gelegentlich rätselhaft platzierten Dino-Nugget (darüber fragt man nicht — es gilt als unhöflich). An stillen Morgen klammert sich feiner Nebel an die unteren Äste und riecht unverkennbar nach mildem Cheddar. Die heimische Tierwelt umfasst mehrere Arten zutiefst verwirrter Eichhörnchen, ein enorm selbstbewusstes Rotkehlchen und die Broccolisaurus-Nuggets, die den nördlichen Hain als ihr angestammtes Heimatland beansprucht haben — und das sehr ernst nehmen.

Isi lebt hier lange genug, um den Namen jedes Baumes, sein bevorzugtes Kompliment und die Themen zu kennen, bei denen er sichtlich unwohl wird. Sie grüßt jeden morgens mit Namen. Die Bäume antworten nicht verbal — aber sie lehnen sich ein kleines bisschen näher heran. Im Wald zählt das.

🌿 Waldregeln

  • Nicht auf die Pilzkreise stampfen. Sie sind mitten in etwas Wichtigem und möchten nicht unterbrochen werden.
  • Alle Brokkoli-Bäume müssen jeden Morgen mit ihrem Vornamen begrüßt werden. Ein vollständiges Verzeichnis hängt am Willkommens-Baumstumpf.
  • Dino-Nuggets sind achtsam und mit Dankbarkeit zu verzehren. Schnellessen ist freitags geduldet, mit 24 Stunden Voranmeldung.
  • Den Vulkan nicht anstupsen. Er ist emotional empfindlich bezüglich seines Kraters und hat das außerordentlich deutlich gemacht.
  • Alle Krümel und übrig gebliebenen Nugget-Ecken müssen zum Wald-Opferkreis zurückgebracht werden. Der Wald nimmt sie ohne Urteil an — auch wenn er sich Notizen macht.

Der Kartoffelpüree-Vulkan

Berg Spudmore — von Isi liebevoll „Spuddy" genannt, und zwar offiziell nur von Isi — ist ein für seine Größe bemerkenswert wohlerzogener Vulkan. Sein letzter großer Ausbruch ereignete sich in dem, was die Einheimischen schlicht „den Großen Soßen-Vorfall des unbekannten Jahres" nennen. Seither begnügt er sich mit einem warmen, gemütlichen Köcheln und dem gelegentlichen dramatischen Stärkedampfstoß bei Sonnenaufgang, der ehrlich gesagt ziemlich schön aussieht.

Feldforscher (die drei, die mutig genug waren, Proben zu nehmen) haben bestätigt, dass das Magma in Berg Spudmore tatsächlich äußerst cremiges Kartoffelpüree ist — flüssig gehalten durch die aufgestaute Wärmeenergie von rund 4,7 Milliarden Dino-Nuggets, die seit Anbeginn der aufgezeichneten Snack-Geschichte in seiner Nähe verzehrt wurden. Jeder gegessene Nugget trägt ein kleines Glühen zum großen unterirdischen Reservoir bei. Deshalb isst Isi mit Begeisterung und Absicht. Es ist, technisch gesehen, Infrastrukturpflege. Sie hat das Ehrenabzeichen, um es zu beweisen.

Das Dino-Nugget-Lexikon

Ein Feldführer zu den bekannten Arten, die den Brokkoli-Wald und seine Umgebung bewohnen. Zusammengestellt von Isi. Illustrierte Ausgabe auf unbestimmte Zeit ausstehend.

Ein Dino-Nugget steht stolz in Heldenpose auf einem Teller neben Ketchup

Broccolisaurus

Ausschließlich an Waldrändern zu finden, hat der Broccolisaurus durch jahrzehntelange Nähe zu seinen baumartigen Nachbarn einen subtilen Grünstich entwickelt. Er präsentiert ein ausgeprägt erdiges Geschmacksprofil und die Neigung, beim Dippen in Knoblauchsoße philosophisch zu werden. Im gesamten Wald respektiert. Immer zu den guten Pilzkreisen eingeladen.

Crispidon

Der Gipfel des Knuspers. Der Crispidon hat eine undurchdringliche goldene Außenhülle entwickelt, die Ofentemperaturen mit unerschütterlicher Würde standhält. Gilt weithin als die selbstsicherste Art im Lexikon. Entschuldigt sich nicht für das Geräusch, das er beim Hineinbeißen macht. Hat sich noch nie für irgendetwas entschuldigt.

Sauceasaurus Rex

Der unbestrittene Spitzenräuber des Nugget-Königreichs. Erscheint niemals auf einem Teller ohne eine Dip-Soße, die er vorab persönlich ausgewählt hat. Von manchen gefürchtet, von allen geliebt, gelegentlich dramatisch beim Abendessen. Biete ihm keine minderwertige Soße an. Du wirst es bereuen.

Volcanosaur

Äußerst selten. Von innen erhitzt durch uralte Nugget-Energie, die direkt aus dem Kern des Berges Spudmore gezogen wird. Nur innerhalb eines 200-Meter-Radius um den Vulkan zu finden. Mit Ofenhandschuhen, Ehrfurcht und gesundem Respekt anfassen. Absolut die Mühe wert.

Fluffodactyl

Ein luftiger, fast leuchtender Nugget mit einem Inneren, das sich einer angemessenen Beschreibung widersetzt. Evolutionshistoriker glauben, dass der Fluffodactyl einst Flügel hatte, diese jedoch irgendwann in der späten Kreide-Snack-Ära gegen eine extra fluffige Panade eintauschte. Er hat nie Reue gezeigt. Er schwebt ein bisschen, wenn niemand hinschaut.

Gravyraptor

Schlank, zielstrebig und ohne Soße tiefgreifend unvollständig. Der Gravyraptor reist ausschließlich in Sechsergruppen und wird merklich unruhig, wenn er von seiner Soße getrennt wird. Empfohlene Serviertiefe: mindestens knöcheltief in Soße. Er findet trotzdem einen Weg.

Isis Tagesablauf

Ein perfekt abgestimmter Tag im Brokkoli-Wald, wiederholt mit kleinen Variationen und großer Hingabe.

  1. 7:30 Uhr

    Morgendliche Begrüßungen

    Aufwachen beim tiefen, beruhigenden Grollen des Berges Spudmore, das besser funktioniert als jeder Wecker. Brokkoli-Stängel-Tee kochen. Den gesamten Waldpfad abgehen und jeden Baum mit seinem eingetragenen Namen grüßen. Das dauert ungefähr 47 Minuten und ist völlig unverhandelbar. Die Bäume haben Gefühle.

  2. 9:00 Uhr

    Nugget-Inventur

    Eine vollständige Bestandsaufnahme der aktuellen Dino-Nugget-Populationen. Jede Art wird gezählt, erfasst und für ihre Existenz kurz gewürdigt. Unidentifizierte Exemplare werden mit dem Lexikon abgeglichen. Eventuell anwesende Volcanosaurs erhalten ihre eigene, gesonderte Ehrungszeremonie.

  3. 12:30 Uhr

    Das heilige Mittagessen

    Das Herzstück des gesamten Tages. Eine sorgfältig zusammengestellte Nugget-Platte wird mit Bedacht angerichtet. Dip-Soßen werden mit derselben Ernsthaftigkeit ausgewählt, die man großen Lebensentscheidungen vorbehält. Das Mahl wird am Kontemplations-Baumstumpf mit Blick auf das nachmittägliche Schimmern des Vulkans eingenommen. Eilen ist verboten. Spudmore stimmt zu.

  4. 15:00 Uhr

    Walddiplomatie

    Eine Patrouille durch den östlichen Hain zur Überwachung der Artenbeziehungen und Vermittlung territorialer Streitigkeiten zwischen Nugget-Varietäten — in der Regel mit Fairness und einem milden Soßen-Anreiz. Gelegentlich stellt ein Sauceasaurus Rex Isis Autorität direkt in Frage. Das hat noch nie funktioniert. Der Rex weiß das, macht aber trotzdem weiter — aus Prinzip.

  5. 19:30 Uhr

    Abendgabe & Ruhe

    Übrig gebliebene Nugget-Ecken werden mit gebührender Zeremonie zum Wald-Opferkreis zurückgebracht. Isi beobachtet, wie Berg Spudmore im schwindenden Licht bernsteinfarben glüht, flüstert dem nächsten Broccolisaurus die Geheimnisse des Tages zu und zieht sich schlafen zurück — begleitet vom sanften unterirdischen Grollen Spudmores, das auf seine Weise ein Schlaflied ist. Alles ist gut. Alles ist golden. Alles ist knusprig.